4.10.2022

Baustelle Bildungs(un)gerechtigkeit in Deutschland

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Team M├╝nchenTeam StuttgartTeam Berlin


Du wohnst weder in der Stuttgart, Berlin oder München,  bist aber interessiert daran, einen Hub in deiner Stadt aufzubauen? Melde dich gerne an team@lern-fair.de und wir unterstützen dich dabei!

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Zwei regional fokussierte F├Ârderungen erm├Âglichen es, die Engagierten f├╝r den Kraftakt des Hub-Aufbaus in Berlin und Stuttgart auf Minijob-Basis anzustellen. Dies ist durch gro├čz├╝gige F├Ârderungen durch die Gerl-Stiftung in Berlin sowie vier Stiftungen aus dem Arbeitskreis Bildungschancen des Stuttgarter Stiftungsnetzwerks m├Âglich: der Dieter von Holtzbrinck Stiftung, der Vector Stiftung, der Bauder Stiftung, und der Wolkenputzer Stiftung. Wir danken f├╝r die F├Ârderungen, welche die Lern-Fair Hubs bald zur Realit├Ąt machen.

Je nach Land wachsen Kinder mit unterschiedlichen Chancen auf gute Bildung auf. Aber auch in wohlhabenden Staaten ist Bildungsgerechtigkeit nicht immer garantiert. Eine UNICEF-Studie mit dem Titel ÔÇ×Ein unfairer Start ins LebenÔÇť aus dem Jahr 2018 zeigt, dass Deutschland gro├čen Aufholbedarf hat: In der Bildungsgerechtigkeit sind wir im direkten Vergleich mit den anderen Industrienationen nur auf Platz 23 von 41. Unteres Mittelfeld.

 

Obwohl Bildungs(un)gerechtigkeit vor allem durch die Corona-Pandemie und den dadurch bedingten Schulschlie├čungen zum Thema wurde, ist diese Problematik in keinster Weise neu entstanden. Schon vor Corona gab es einen messbaren R├╝ckgang der Kompetenzen bei Sch├╝ler:innen. Nach einer Studie des Instituts zur Qualit├Ątsentwicklung im Bildungswesen (IQB) k├Ânnen rund 1/5 der Viertkl├Ąssler nicht richtig lesen, haben 1/3 gro├če Probleme mit der Orthografie und in Mathematik haben rund 21% nicht die erw├╝nschten F├Ąhigkeiten.

 

Allerdings hat die Corona-Krise diesen Trend verst├Ąrkt. Nach Sch├Ątzungen von befragten Lehrkr├Ąften sind ├╝ber 25% der Sch├╝ler:innen an Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen technisch nicht ausreichend ausger├╝stet, um w├Ąhrend der Schulschlie├čungen am digitalen Unterricht teilnehmen zu k├Ânnen. In Gymnasien f├Ąllt diese Zahl etwas niedriger aus, da die Kinder und Jugendlichen hier meist aus bildungsnahen Familien kommen, die ├╝ber bessere Ressourcen verf├╝gen. Dasselbe gilt f├╝r das Thema Hilfestellung von den Eltern. Und hier f├Ąngt die Spirale der sozialen Ungleichheit an: Sch├╝ler:innen, die aufgrund mangelnder technischer Ausstattung gar nicht oder nur ansatzweise am Fernunterricht teilnehmen k├Ânnen, fallen immer weiter zur├╝ck. Wenn die Eltern dann nicht in der Lage sind, diesen Nachteil auszugleichen und ihre Kinder beim Lernen zu unterst├╝tzen, wird es schwierig, diese Lernr├╝ckst├Ąnde aufzuholen. Die Bildungsungleichheit wird somit immer gr├Â├čer.

 

Um dieser Bildungsungerechtigkeit entgegenzusteuern, setzt sich Lern-Fair aktiv daf├╝r ein, dass jedes Kind, ganz gleich welchen sozialen, kulturellen oder finanziellen Hintergrunds, die gleichen Chancen auf Bildung hat. Hierf├╝r haben wir verschiedene Programme ins Leben gerufen. Sch├╝ler:innen jeder Altersstufe k├Ânnen sich ├╝ber Lern-Fair Now und Lern-Fair Plus f├╝r kostenlose 1:1 Unterst├╝tzung, Hausaufgabenbetreuung und Gruppennachhilfe anmelden. Da die Nachfrage das Angebot ├╝bersteigt, freuen wir uns jederzeit ├╝ber neue ehrenamtliche Helfer:innen, die Lust haben, mit nur 1 Stunde pro Woche die Welt ein St├╝ck zu verbessern!

 

Quellen:

 

https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/2018/ungleiche-bildungschancen-kinder-in-industrielaendern/177516

 

https://www.spiegel.de/panorama/bildung/iqb-bildungstrend-die-ergebnisse-sind-desastroes-a-628eca99-e90b-442b-9fe0-a31e4afa50ca

 

https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/das-deutsche-schulbarometer-hurrelmann-dohmen-corona-krise-verstaerkt-bildungsungleichheit/

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